Musikproduktion

1. Vorwort

 Der Traum von jedem Menschen ist es wohl, mit seinem Hobby sein tägliches Brot zu verdienen. Für die Meisten bleibt dies nur ein Traum, andere versuchen diesen zu verwirklichen.

Musik Band
Band aus Nürnberg

So streben beispielsweise Bands danach, aus ihrem Proberaum herauszukommen und bewerben sich bei verschiedenen Veranstaltern, um ihre Live Erfahrung zu verbessern, bekannt zu werden und damit Geld zu verdienen. Sie nehmen eine Demo oder vielleicht sogar ein Album im Studio auf und sind drauf und dran, das Material an den Mann zu bringen.

Die Bandmitglieder übernehmen sämtliche Aufgaben in Eigenregie, die bei einer professionellen Produktion auf viele Positionen aufgeteilt werden. So kümmert sich eine Bookingagentur beispielsweise um eine deutschlandweite Tournee oder um die Möglichkeit, bei einem angesagten Künstler als Vorgruppe spielen zu dürfen. Ein Manager wird die Termine der Band planen, sich mit Plattenfirmen, Verlagen und Anwälten auseinandersetzen, sodass sich die Band auf die Musik konzentrieren kann.

Das soll jedoch nicht heißen, dass die Band ihre Musik selbst komponiert oder die Texte schreibt. Auch diese Aufgaben werden bei kommerziellen Produktionen oft von namhaften Komponisten und Textdichtern übernommen. Eine weitere entscheidende Rolle bei einer Albumproduktion spielt der Musikproduzent. Schon in meiner Jugend faszinierte mich das Berufsbild „Musikproduzent“ und ich bin heute nicht weniger daran interessiert, als Produzent zu arbeiten.

Die Frage, die ich mir an diese Diplomarbeit stelle, ist, ob der Beruf „Musikproduzent“ zu mir persönlich wirklich passt und welche Schritte für mich notwendig wären, um mich als Produzent langfristig etablieren zu können.

 

2. Der Musikproduzent
Was macht ein Produzent eigentlich genau? Wo und wie arbeitet er? Diese Fragen habe ich im Vorfeld einigen neutralen Bekannten und Freunden gestellt. Die eigentliche Funktion eines Produzenten war für die meisten nicht genau zu definieren. Der Name Dieter Bohlen fiel jedoch sehr häufig. Man kann ihn lieben oder hassen, dennoch gibt ihm sein Erfolg in gewisser Weise Recht.
Dieter Bohlen ist schon seit Jahrzehnten erfolgreich mit vielen verschiedenen Projekten. Ich werde im Laufe dieser Diplomarbeit verschiedene Produzenten erwähnen, mit denen ich sprechen konnte oder über die man in der Fachliteratur, in Zeitschriften oder im Internet einiges lesen kann.

Auch interessant sind amerikanische Star-Producer, wie beispielsweise Scott Storch, der es schaffte mehrere Lieder weltweit und über einen Zeitraum von einigen Wochen in den Top 10 Single Charts zu platzieren.

Was ist das Erfolgsrezept solcher Produzenten? Mit wem arbeitet sie zusammen? Doch zuallererst werde ich die Geschichte des Musikproduzenten erläutern.

DIPLOMARBEIT Audio Engineering

Doser Simon – SAE München – AEDS606 Fachlehrer: Chris Lausmann – Abgabedatum: 14.09.2007

Inhalt

  • Die Geschichte des Musikproduzenten S. 3
  • Der wirtschaftliche Produzent S. 4
  • Der künstlerische Produzent S. 4
  • Der „Executive Producer“ S. 5
  • Der Eigenproduzent S. 6
  • Voraussetzungen S. 7
    • Erforderliche Kenntnisse S. 7
    • Equipment S. 8
  • Der „Producer“ und das Musikgeschäft S. 10
  • Verträge und Rechtliches S. 12
    • Verträge mit Produktionseinheiten S. 12
    • Der Optionsvertrag S. 13
    • Der Produzentenvertrag S. 14
    • Der Vertrag mit der Plattenfirma S. 14
  • Produzenten in der Praxis S. 16
    • Patrik Majer, der Produzent von „Wir sind Helden“ S. 16
    • Das Tokio Hotel Produzententeam S. 17
    • Jürgen Reiter S. 18
    • Scott Storch S. 20
  • Fazit S. 22
  • Quellenverzeichnis S. 23

 

2.1 Die Geschichte des Musikproduzenten


Durch den Fortschritt der Fünfziger Jahre in der Studiotechnik und das zunehmende Interesse an der Künstlervermarktung, wird die Rolle, die der Musikproduzent heutzutage spielt, unerlässlich.

Plattenfirmen beauftragten Personen, die sich um die künstlerische Weiterentwicklung ihrer Künstler bemühen und stellvertretend organisatorische Aufgaben erfüllen sollten.

Diesen Beruf nannte man vor der Zeit des Musikproduzenten „A&R- Manager“, welchem heutzutage die Aufgabe zugeteilt wird, neue Talente zu entwickeln und diese an geeignete Produzenten zu vermitteln.

 

Durch die zunehmende Kommerzialisierung des Marktes in den folgenden Jahren war eine Differenzierung in A&R-Manager und Musikproduzent unausweichlich.

Die klangliche Gestaltung der Produktionen wurde immer wichtiger. Aus meist finanziellen Gründen lösten einige Produzenten ihr Angestelltenverhältnis zu den Plattenfirmen auf und entwickelten Projekte zunehmend in Eigenregie. Dennoch pflegten sie Kontakte zu den Schallplattenfirmen und deren A&R-Managern, um Veröffentlichungen zu erwirken. So entstand der Beruf „Musikproduzent“, der mittlerweile wohl zu den wichtigsten Positionen einer kommerziellen Produktion gehört. Jedoch sind die Tätigkeiten eines Produzenten schwer definierbar. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit diesen Definitionen.

2.2 Der wirtschaftliche Produzent Der wirtschaftliche Produzent finanziert eine Produktion. Er kümmert sich darum, dass notwendige Produktionsmittel zur Verfügung stehen. Das heißt er mietet beispielsweise ein Tonstudio an, wenn er kein eigenes besitzt, bezahlt den Toningenieur sowie gegebenenfalls Studiomusiker, wenn sie benötigt werden. Damit nicht genug: ein wirtschaftlicher Produzent kümmert sich finanziell meist auch um die komplette Verpflegung der Beteiligten und andere bei der Produktion anfallenden Kosten. Diese Art von Produzent wird meist von Major bzw. Independent Labels eingenommen und muss also keine natürliche Person sein. Wenn sich eine unbekannte Band ohne Plattenvertrag entschließt ein Album aufzunehmen, sind meistens sie selbst oder ein privater Finanzier der wirtschaftliche Produzent. Er hat demnach nichts mit der Qualität der Aufnahmen zu tun sondern ist lediglich Geldgeber. Hierbei gilt es zu erwähnen, dass eine aufwendige und somit auch teure Produktion erhebliche finanzielle Risiken für den wirtschaftlichen Produzenten mit sich bringen kann.

2.3 Der künstlerische Produzent Ein künstlerischer Produzent hingegen ist ein aktiv mitwirkender Bestandteil bei einer Studioproduktion. Er sollte in der Lage sein neutral und objektiv über Kompositionen, Texte und Arrangements zu urteilen. Viele meiner Quellen sehen in ihm so etwas wie einen Regisseur bei einer Filmproduktion, also als Klangregisseur. In der Tat hat er eine große Aufgabe zu meistern. Er ist am Ende des Tages für das aufgenommene Audiomaterial verantwortlich. Ein Versagen beim Recording muss in erster Linie er verantworten, da er die Musiker koordinieren und das Beste aus ihnen herausholen soll. Dazu sollte er die Band natürlich genau kennen, sich mit den Musikern gut verstehen und die Stärken und Schwächen von jedem einzelnen sehen. Hat beispielsweise ein Drummer Probleme mit einem „Double Bassdrum“ Part, so sollte dies der Produzent wissen, damit er einen Gastmusiker einladen kann, der den Part einspielt. Das Nachbearbeiten von Schlagzeugspuren mit Timingfehlern ist meist sehr mühsam oder gar unmöglich. Bekommt ein Produzent von einer Plattenfirma den Auftrag, eine CD mit einer Band zu produzieren, sind sich Band und Produzent oft unbekannt. Hier muss zuallererst Vertrauen zwischen den Partnern entstehen. Der Produzent versucht, die kommerziellen/inhaltlichen Vorgaben der Plattenfirma mit den musikalischen Wünschen und Vorlieben der Künstler zu verbinden. Außerdem ist die Zusammenarbeit mit dem Toningenieur wichtig, damit dieser den Sound so gestalten kann, wie er vom Produzenten und dem Künstler gewünscht wird. Die Aufgabe des Produzenten ist somit die technische und künstlerische Leitung einer Aufnahme, indem er die Einrichtung der Mikrofone und des Aufnahmeraums überwacht (…) und die Qualität eines Takes bewertet. Produzent und Toningenieur vereinen sich auch in vielen Fällen zu ein und derselben Person. Das heißt der Produzent sollte hierbei auch die technische Gerätschaften in einem Tonstudio beherrschen und Erfahrungen als Audio Engineer aufweisen.

2.4 Der „Executive Producer“ Eine weitere Form ist der „Executive Producer“. Im Gegensatz zu einem künstlerischen Produzenten, der bei einer Produktion aktiv mitwirkt, ist der Executive Producer fast immer nur für Organisatorisches zuständig und er wird von der Plattenfirma beauftragt, die Einhaltung zeitlicher Fristen und die finanziellen Ausgaben zu überwachen.

2.5 Der Eigenproduzent Im Zeitalter der elektronischen Unterhaltungsmusik ist es oft sehr schwer, zwischen wirtschaftlichem und künstlerischem Produzent und dem eigentlichen Künstler zu unterscheiden. In nicht seltenen Fällen vereinigen sich auch diese Positionen in ein und derselben natürlichen Person. Ein Producer, oder auch Eigenproduzent genannt, besitzt oft ein eigenes „Homestudio“ und produziert seine Musik selbst mit Hilfe von Sample Librarys und Klangerzeugern. Somit kann der Producer auch die Rolle eines Komponisten einnehmen. Einige erfolgreiche Produzenten wie beispielsweise Kanye West treten sogar als Autoren auf. Darüber hinaus verfolgen Producer oft noch andere geschäftliche Aktivitäten, die im Zusammenhang mit ihrer eigentlichen Tätigkeit stehen. Sie fungieren als Künstlermanager, Plattenbosse, Booker, Modeunternehmer, Veranstalter und dergleichen. Auf genaue Beispiele werde ich in einem folgenden Kapitel eingehen, doch zunächst zu den Grundvoraussetzungen, die für einen Produzenten wichtig sind.

3. Voraussetzungen Wie ein bekanntes Sprichwort sagt, ist „noch kein Meister vom Himmel gefallen“. Um die genannten Aufgaben eines Produzenten zu meistern, sind natürlich gewisse Voraussetzungen von Vorteil. Das folgende Kapitel zeigt einige wichtige Punkte auf.

3.1 Erforderliche Kenntnisse Zum einen sind für den Produzenten tontechnische Kenntnisse wichtig. Im Studio bedarf es einer Vielzahl von Erfahrungen, um einen Song zu bewerten und mögliche Verbesserungen anzustreben. Der Produzent muss erkennen, wie Effekte sinnvoll einzubinden sind, wo man beispielsweise eine Gitarre (siehe www.gitarrenmarkt.de) doppeln sollte oder an welchen Stellen man das Arrangement noch verbessern könnte. Außerdem ist es auch üblich, dass er mit dem Künstler die Texte überarbeitet. Bei der Aufnahme von Vocals muss er außerdem genau auf die Interpretation achten. Die Vocals sind das tragende Element eines Songs und es sollte ihnen große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Studiosängerin Martine Rojina, welche ebenso als Supervisor auf der SAE in München tätig ist, berichtete mir, dass sie bei Background Vocals etliche Takes absolvieren musste, bis der Produzent zufrieden war. Dabei ginge es keinesfalls darum, den richtigen Ton zu treffen, sondern viel mehr um den Ausdruck in der Stimme. Eine gute Interpretation sei oberstes Gebot und mache einen Song erst wirklich authentisch. Des Weiteren sollte der Produzent ein musikalisches Grundverständnis haben und sich für die Musiker verständlich ausdrücken können. Im Idealfall kann er den einen oder anderen Part selbst vorspielen, um seinen Vorstellungen besseren Ausdruck zu verleihen. Das Vertrauen der Interpreten wird sich so womöglich steigern. Der Produzent beweist darüber hinaus, dass er kreativ ist und Ideen schnell entwickeln kann. Ein oder mehrere Musikinstrumente zu beherrschen ist demnach von großem Vorteil, jedoch nicht zwingend notwendig. Dagegen ist eine gewisse Kompromissbereitschaft absolut von Nöten. Der Produzent muss auf die Wünsche der Musiker eingehen, darf dabei jedoch nicht das Produkt als Ganzes vernachlässigen. Dies stellt in der Praxis oft ein Problem dar, da jeder Mensch einen eigenen Geschmack hat und diesen oftmals durchsetzten möchte. Bei einer Auftragsproduktion von einer Plattenfirma hat der Musikproduzent die Aufgabe, einen Kompromiss zwischen den Interpreten und dem Auftraggeber zu schließen, was so manchen Musikern widerstreben mag. Teamfähigkeit ist eine weitere Eigenschaft, die ein Produzent mitbringen muss. Nichts ist für einen Musiker im Studio unter Zeitdruck unangenehmer, als ein Produzent, der „immer alles besser wissen muss“. Die generelle Stimmung in einem Tonstudio ist maßgebend. Der Produzent hat ja die Aufgabe, die Musiker zu dem gewünschten Ergebnis hinzuführen. Herrscht eine gute und lockere Atmosphäre, so wird mit höherer Wahrscheinlichkeit ein gutes Produkt zustande kommen. Ein gutes Gefühl des Künstlers im Aufnahmeraum wird sich letztendlich auch auf die Aufnahme auswirken. Außerdem macht die Arbeit bei einer guten Atmosphäre sowohl den Musikern als auch dem Produzenten mehr Spaß und sie wird nicht als negativer Stress empfunden. Bei guter Zusammenarbeit ist es gut möglich und in der Praxis auch üblich, dass Künstler und Produzent auch nach einem erfolgreich produzierten Projekt wieder zusammenkommen; geschäftlich als auch privat.

3.2 Equipment Ein eigenes professionelles Tonstudio ist für einen Produzenten zwar von großem Vorteil, jedoch sieht es heutzutage in der Praxis meist anders aus. So genannte DAWs (Digital Audio Workstations) sind im Zeitalter von Computern und guter Software weit verbreitet. Apple’s Logic Express, Steinberg’s Cubase oder Digidesign’s ProTools LE sind erschwingliche Softwareprogramme, die relativ schnell zu erlernen sind und in Kombination mit externem Equipment wie Soundkarten, Klangerzeuger, Effektgeräten und Plug-Ins zu einem guten Ergebnis führen können. Nach dem Erstellen von „basic tracks“ , also einer Vorproduktion, wird der eigentliche Klang dann im Tonstudio bearbeitet, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wird. So spart man Studiozeit und somit auch Geld. Gerade freie Produzenten mit eigenen Projekten arbeiten auf diese Weise recht häufig. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Computer immer schneller und billiger werden. Sie übernehmen immer mehr Aufgaben, die vor einiger Zeit noch mit Hilfe von teurem Outboard Equipment erledigt werden musste. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Bandmaschine, die heutzutage in Tonstudios nur noch selten verwendet wird. Jedoch ist es keinesfalls Pflicht eines Producers, ein Projektstudio oder gar ein eigenes Profi-Tonstudio zu besitzen. In Deutschland sind die meisten Studios nicht komplett ausgelastet, was dazu führt, dass man sie teilweise recht günstig anmieten kann. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass sich ein Audio Engineer in eine Studioumgebung erst einmal einarbeiten muss, was einige Zeit in Anspruche nehmen kann. Für den kleinen Geldbeutel ist das jedoch eine gute Alternative zu einem eigenen Studio, da dieses zu betreiben und zu unterhalten mit denkbar hohen Kosten und Risiken verbunden ist.

(Bild: kleines Projektstudio)

4. Der „Producer“ und das Musikgeschäft Man liest auf beinah allen CDs, die im Handel erhältlich sind, „produced by …“. Hiermit meint man meist den künstlerischen Produzenten. Im Zeitalter der Anglizismen wird auch oft von einem „Producer“gesprochen. Viele Producer arbeiten vollkommen selbstständig und sind laufend auf der Suche nach geeigneten Künstlern für ihre Produktionen. Wurden diese gefunden und beispielsweise ein Album produziert, versucht der Producer das Material bei einer Plattenfirma lizensieren zu lassen, indem er über einen Bandübernahme- oder über einen Künstlervertrag verhandelt. Auf diese Weise kombiniert sich der wirtschaftliche mit dem künstlerischen Produzenten. Man beachte, dass der Producer das finanzielle Risiko trägt und dass er auf den Kosten sitzen bleibt, wenn die Anbringung an den Markt nicht erfolgen kann. Man spricht hierbei auch von einem freien Produzenten. Ein Produzent kann aber genauso gut von einer Plattenfirma oder von einem Künstler einen Auftrag erhalten, mit einer Band ein Album zu machen. Somit ist der Auftraggeber der wirtschaftliche Produzent. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Referenzen des Producers eine erhebliche Rolle spielen. Ein namhafter, erfahrener Produzent kann für Konsumenten ein starkes Kaufargument sein und somit geben Plattenfirmen gerne mehr Geld aus, wenn sie der Meinung sind, es könnte ihr Produkt beflügeln. Da es im Musikbusiness eine Vielzahl von Produzenten gibt, hat das Label die „Qual der Wahl“. Es ist vollkommen unstrittig, dass jeder erfolgreiche Produzent seine eigene „Handschrift“ besitzt. Die Gründe dafür sind zahlreich. Zum einen hat jeder Produzent eine etwas andere Arbeitsweise auf unterschiedlichem Equipment. Des Weiteren spielen selbstverständlich die tontechnische Erfahrung und der Geschmack jedes Einzelnen eine Rolle. Außerdem hört jeder Mensch etwas anders. Wenn theoretisch eine Band einen Song mit zwei unterschiedlichen Musikproduzenten unabhängig voneinander produzieren würde, kämen dabei wphl komplett unterschiedlich klingende Ergebnisse heraus. Bei der Planung einer kommerziellen Produktion steht die Plattenfirma vor dem Problem, den passenden Produzenten für ihr Produkt zu finden. Oftmals ist diese Auswahl entscheidend über Erfolg oder Misserfolg und kann somit viel Geld kosten. Neben dem eigentlichen Honorar, das ein Produzent von seinem Auftraggeber erhält, kann zwischen den Vertragspartnern auch über eine Umsatzbeteiligung verhandelt werden. Diesen Erlös nennt man den Producer-Override. In der Regel bewegt sich die Beteiligung an den Einnahmen zwischen 2 und 4 %. Weitere relevante Vorgänge im Musikbusiness folgen in einer Übersicht.

5. Verträge und Rechtliches Wie oft hört man, dass sich ein Künstler von einer Plattenfirma, von Produzenten, Managern oder ähnliche benachteiligt fühlen? Musik ist nun mal ein Geschäft, bei dem es um Geld geht, und jede Position versucht verständlicherweise Kapital aus seinem Projekt zu schlagen. Viele Rechtstreite, die teilweise sogar über mehrere Jahre gehen können, hätten vielleicht mit wohl überlegten Verträgen der Beteiligten vermieden werden können. Die Leidtragenden bei solchen Streitigkeiten sind meist die Künstler, nicht zuletzt, weil es sich große Plattenfirmen leisten können, sehr gute Fachanwälte zu engagieren. Die vertragliche Seite wird meiner Meinung nach von vielen Menschen, die sich im Musikbusiness bewegen, unterschätz. Fakt ist, dass das Musikgeschäft ein sehr breites Geflecht von Rechten und Pflichten darstellt, die in gut ausgearbeiteten Verträgen geklärt werden sollten. Auch die Künstler sollten sich vor Vertragsabschluss mit einem Produzenten oder mit einer Plattenfirma mit einem guten Anwalt beraten, was sich im Endeffekt finanziell für die Künstler auszahlen kann. Folgendes Kapitel beschäftigt sich mit eben diesen Rechten und Pflichten der Parteien.

5.1 Verträge mit Produktionseinheiten Der Gedanke bei einem Major Label wie Sony BMG oder Universal Music zu „signen“, also einen Künstler- oder Bandübernahmevertrag zu unterzeichnen, sitz tief in den Köpfen von vielen aufstrebenden Künstlern. In der Tat kann dieser Schritt der Anfang einer großen Karriere sein. Major Labels haben Geld, Einfluss und Beziehungen zu allen möglichen Institutionen in der Musikindustrie. Jedoch erscheint es für Newcomer Bands ohne jegliche Kontakte beinah unmöglich, solch einen Plattenvertrag zu bekommen. Vor einigen Jahren hat das Musiker-Fachmagazin „Soundcheck“ einen interessanten Test gemacht. Es schickte einem Major Label eine vollkommen leere Musikkassette. Das Label antwortete darauf, dass es sich das Material zwar sehr ernsthaft angehört habe, aber leider nicht an einem Vertragsabschluss interessiert sei. Man muss folglich große Aufmerksamkeit erregen, damit ein Major Label sein Demotape überhaupt zur Kenntnis nimmt. Natürlich ist dies auch zu verstehen, bei der Flut an Bewerbungen, die jeden Tag bei den Labels eintreffen. Aber selbst wenn ein Newcomer Künstler in Verhandlungen mit einem Major kommen sollte, wird er wohl meist mit den Konditionen, die ihm die Firma anbietet, nicht zufrieden sein. Die Alternative ist einen Vertrag mit einer so genannten „Produktionseinheit“ einzugehen. Eine Produktionseinheit, im eigentlichen Sinne, können Independent Labels oder Produktionsfirmen sein und entsprechen somit oft dem wirtschaftlichen Produzenten. Die Produktionseinheit wird versuchen ihren Anteil an der Beteiligung zu maximieren. In der Regel bekommen Produktionseinheiten etwa 18 % vom Händlerabgabepreis (HAP) und geben 10 % an den Künstler weiter. Nach Robert Lyng, der Autor des Buches „Die Praxis im Musikbusiness“, sind das etwa 3 % mehr als ein namhafter Produzent für eine Anbringung bei einem Major verlangt. Ein Vertrag mit Produktionseinheiten sei für den Künstler also keine optimale Lösung, jedoch eventuell eine Alternative zum Zeitungenaustragen, meint Lyng.

5.2 Der Optionsvertrag Versucht ein Produzent selbst einen Künstler zu entwickeln, plant er üblicherweise nicht sofort ein komplettes Album, da er ja nicht wissen kann, ob er das Produkt „verkaufen“ kann. Um sein finanzielles Risiko so gering wie möglich zu halten, produziert er in der Regel nur ein bis fünf Titel. Jedoch hält er sich eine Option auf weitere Single- oder Albumveröffentlichungen bzw. einem Produzentenvertrag vor. Ansonsten müsste er nach einer erfolgreichen Single mit dem Künstler neu verhandeln und dieser würde natürlich versuchen, seine prozentuale Beteiligung zu erhöhen oder sich gar für einen anderen Produzenten entscheiden. Also schließt der Produzent einen Optionsvertrag mit dem Künstler ab, um sich abzusichern. Weitere mögliche Formen des Optionsvertrags sind so genannte Vorverträge, Eckdatenvereinabarungen oder Heads of Agreement. Außerdem liegt es im Interesse des Produzenten, dass der Künstler exklusiv für ihn für Tonaufnahmen zur Verfügung steht. Somit darf beispielsweise ein Gitarrist, der nebenbei als Studiomusiker arbeitet, seine Dienste nicht einfach ohne Absprache anbieten. Die „Titelexklusivität“ bedeutet, dass ein Künstler den produzierten Titel über einen gewissen Zeitraum nach Auflösen des Vertrages nicht neu verwerten darf. Der Zeitraum hierbei beträgt meist zwischen 5 und 10 Jahren und dient dem Schutze des Produzenten.

5.3 Der Produzentenvertrag Bevor es zu einer Veröffentlichung zum Beispiel einer Single kommt, schließen Künstler und Produzent in der Regel einen Produzentenvertrag, der das Verhältnis beider Parteien klären soll. Der Produzent hat die Aufgabe, das Material Plattenfirmen vorzustellen und einen Bandübernahmevertrag auszuhandeln. Damit ein Produzent nach einem Lizenznehmer suchen kann, muss der Künstler die Nutzungsrechte an den Titeln abtreten. Im Falle, dass in einer vereinbarten Zeit kein Lizenznehmer gefunden werden kann, sollten die Nutzungsrechte an den Künstler zurückfallen. Die zeitliche Eingrenzung beträgt in der Regel zwischen 3 und 12 Monaten. Die Nutzungsrechte können aber auch räumlich eingegrenzt werden, zum Beispiel deutschlandweit. Es können natürlich beliebige Abmachungen zwischen den Vertragspartnern gemacht werden, deshalb ist auch hier für beide Parteien Vorsicht geboten.

5.4 Der Vertrag mit der Plattenfirma Bei einer anstehenden Veröffentlichung treffen auch Produzent und Plattenfirma Abmachungen. Der Produzent hat die Pflicht, eine bestimmte Anzahl an Liedern mit dem Künstler zu produzieren, zum Beispiel ein Album mit 13 Titeln. Selbstverständlicherweise wird auch dieser Vertrag zeitlich begrenzt und meistens mit Optionen auf weitere Single- oder Albumproduktionen versehen. In Absprache mit dem Produzenten stellt die Plattenfirma Geld zur Verfügung und kommt für sämtliche Kosten wie Studiomiete, Hotel, Anfahrt, Verpflegung und ähnliches auf. Des Weiteren überträgt der Produzent der Firma weltweit und ohne zeitliche und inhaltliche Einschränkungen exklusiv alle etwaigen Urheber- und Leistungsschutzrechte. Er versichert, dass er die Aufnahmen bis zur Veröffentlichung unter Verschluss hält und überträgt der Firma das Recht, über Zeitpunkt, Ort, Dauer und Form der Veröffentlichung zu entscheiden, sowie den Preis für das Produkt festzulegen. Außerdem werden im Produzentenvertrag die Lizenzen, die der Produzent erhält, festgelegt. Für Veröffentlichungen im Ausland erhält er im Normalfall 2/3 der Inlandslizenzen, was auch für Schallplattenveröffentlichungen oder Verkäufe an Lehranstalten oder Buchereien gilt. Die Abrechnung erfolgt halbjährlich und wird vertraglich genau geregelt.

6. Produzenten in der Praxis In den letzten Kapiteln habe ich die Aufgaben, Voraussetzungen, Kenntnisse, Rechte und Pflichten theoretisiert. Im Folgenden werde ich Produzenten in der Praxis beleuchten. Wie sieht deren Alltag aus? Wie arbeiten Produzenten und mit welchem Equipment? Wie planen sie ihre Projekte genau? Hierzu habe ich einige mir bekannte Produzenten befragt und über einige erfolgreiche Produzenten recherchiert.

6.1 Patrik Majer, der Produzent von „Wir sind Helden“ Der 35 jährige Produzent Patrik Majer aus Berlin hat neben seiner Ausbildung zum Toningenieur auf der SAE Berlin einige Praktika in verschiedenen Tonstudios absolviert. In den „Hansa Studios“, ein sehr erfolgreiches Studio, in dem schon internationale Größen wie David Bowie, U2, Bon Jovi, Wyclef Jean, Rosenstolz ihre Alben produziert haben, lernte er Gareth Jones kennen, den Produzenten von Depeche Mode. Er durfte den Profis bei der Arbeit über die Schultern schauen und im Studio assistieren. Dies sei der ausschlaggebende Grund gewesen, sich endgültig für diesen Beruf zu entscheiden. Nach seinem Diplom zum Audio Engineer arbeitete er in vielen verschiedenen Studioumgebungen in ganz Deutschland als freier Produzent, Toningenieur und Freelancer. Diese Arbeit gab ihm eine gewisse Sicherheit, da er sich in vielen verschiedenen Umgebungen mit unterschiedlichen Gerätschaften zurechtfinden musste. Im Jahre 2001 entschloss er sich, sein eigenes Tonstudio in Berlin namens „Freudenhaus Studio“ einzurichten, um dort ohne Einwirkungen von außen Künstler produzieren zu können. Dort hat er zum Beispiel ein komplettes Album mit „Wir Sind Helden“ produziert, was eine beeindruckende Referenz darstellt. Derzeit arbeitet er an einem weiteren Album mit der erfolgreichen, deutschsprachigen „Kult Band“, was darauf zurückzuführen ist, dass die Künstler mit seiner Arbeit wohl mehr als zufrieden waren. Aus seiner Erfahrung berichtet Patrik Majer, dass für ihn die Atmosphäre im Studio das A und O sei. Um eine Produktion erfolgreich abzuschließen, muss ein Produzent die Künstler zu dem gewünschten Ergebnis „führen“. Dabei spielt die allgemeine Stimmung im Studio eine entscheidende Rolle. Wie ich schon erwähnt habe, muss ein Produzent auf die Wünsche der Künstler eingehen können, darf dabei jedoch nicht das eigentlich Ziel, eine professionelle Produktion abzuschließen, aus den Augen verlieren. Neben den Aufträgen von Plattenfirmen und Künstlern entwickelt Patrik Majer auch eigene Projekte, in die er sehr viel Energie, Zeit und auch Geld steckt. Er spricht davon, dass sich für ihn zeitlich gesehen Auftragsproduktionen und eigene Projekte die Waage halten. Nach seiner Erfahrung soll eine Albumproduktionen im Studio im Durchschnitt etwa 2 Wochen bis 3 Monate dauern, natürlich je nach Budgetierung. In seinem Interview erwähnt er mehrmals, dass eine gute Studioatmosphäre essentiell für eine erfolgreiche Produktion sei. Patrik Majer arbeitet auf einer SSL AWS 900 in Verbindung mit einem ProTools HD3 System. Außerdem benutzt er qualitativ hochwertige Mikrofone der Firma „Neumann“ wie zum Beispiel das M149, sowie sonstiges professionelles Outboard Equipment.

6.2 Das Tokio Hotel Produzententeam Genau wie Patrik Majer schwört auch das Produzententeam um die international erfolgreiche Teeny-Band „Tokio Hotel“ auf ein ProTools HD3 System. Das Team besteht aus Patrick Benzner, Manfred Faust und Dave Roth, denen unterschiedliche Aufgaben bei der Produktion zugeteilt sind. Man kann nur vermuten, wie viel Geld in solch einer Produktion stecken muss. Das Team arbeitet teilweise in mehreren Studios gleichzeitig. Am Beispiel Tokio Hotel sieht man, welche umfangreiche Aufgaben Produzenten einnehmen können. So ist Patrick Benzner nicht nur für die Soundgestaltung zuständig, sondern hilft der Band auch beim Songwriting. Auch Dave Roth ist hierbei beteiligt, wogegen Manfred Faust die Position des eigentlichen Toningenieurs einnimmt und die Titel abmischt. Es fällt also gerade bei diesem Team sehr schwer zwischen Produzent, Audio Engineer, Komponisten und Autor zu unterscheiden. Oftmals gehen die Arbeitsgebiete ineinander über.

(Bild links: Patrick Benzner, rechts: Manfred Faust)

Überrascht hat mich persönlich die Aussage, dass es immer öfter vorkäme, dass auf ein Mischpult verzichtet werde und die Songs direkt in Pro Tools abgemischt werden sollen. Jedoch ist hier zu erwähnen, dass dieses Interview vom Softwarehersteller Digidesign veröffentlicht wurde. Somit ist eine wahrheitsgemäße Aussage des Produzententeams nicht zu garantieren. Die Firma Digidesign, die in Deutschland Marktführer in der digitalen Audioaufzeichnung ist, könnte dem Team diese Aussage in den Mund gelegt haben. Schließlich wirbt sie ja letztendlich mit den Tokio Hotel Produzenten für ihre Produkte. Normalfall wird bei einer so hoch budgetierten Produktion wie die von Tokio Hotel oder vergleichbar erfolgreichen Künstler wohl kaum auf ein alt bewährtes Mischpult verzichtet werden. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass das digitale Zeitalter die Produktionsmethoden entscheidend verändert haben. So genießen Plug-Ins, ob TDM, RTAS oder AU Zuspruch von den meisten Produzenten und Toningenieuren, wie auch von den Tokio Hotel Star Produzenten.

6.3 Jürgen Reiter Der 37 jährige Jürgen Reiter ist dagegen ein begeisterter Jazzmusiker. Nach seinem Schulabschluss studierte er in Amsterdam 4 Jahre Jazz-Contrabass. Danach zog es ihn nach New York, wo er eine Ausbildung auf der Suny Purchase – Master of Music University unter John Faddes, einem bekannten Jazzmusiker, genoss. Durch Verbindungen in der Musikszene in New York entdeckte er einige HipHop Künstler, mit denen er anfing, Platten aufzunehmen und diese zu veröffentlichen. Er arbeitete in renommierten New Yorker Studios wie dem „Lofish Studio“ und dem „Quad Studio“, indem unter anderem Künstler wie Michael Jackson und 2Pac produzierten.

(Pressefoto: Jürgen Reiter)

Jürgen Reiter hat schon einige Veröffentlichungen getätigt, unter anderem mehrere Jazz Scheiben, vier Hörbücher und einige Rap Alben von damaligen Newcomern aus New York, die sich bereits auf dem Markt etablieren konnten. Mittlerweile wohnt er wieder in Deutschland, verbringt jedoch seit einigen Jahren ca. 3 Monate pro Jahr in New York und produziert mit seinen Künstlern. In Deutschland betreibt er zusammen mit drei Gesellschaftern eine Offene Handelsgesellschaft (OHG) namens Orkaan Music and Art Productions, mit Sitz in Tutzing, nahe München. Diese OHG beinhaltet einen Verlag und ein Label und bietet noch weitere Dienstleistungen im Medienbereich an. Mit den Major Labels hat er eher schlechte Erfahrungen gemacht. Er spricht von einem „oft zu starkem Eigeninteresse“ der Plattenfirmen. Außerdem seien A&R’s mit denen er in der Vergangenheit zu tun hatte „schwierige Personen“ gewesen, die schwer zu überzeugen seien. Auf meine Frage hin, ob er denn überhaupt glaubt, dass seine Produktionen gut genug für den breiten Markt wären und mit der Konkurrenz mithalten könnten, entgegnete er, dass seiner Meinung nach gerade Major Labels wegen den hohen laufenden Kosten wie beispielsweise Personalkosten, Unterhaltungskosten der Firmengebäude etc. auf schnellen Erfolg aus seien und nur selten ein Interesse bestünde, Geld in unbekannte Künstler zu stecken. Um heutzutage als Newcomer eine Chance auf Erfolg zu haben, müsse man versuchen, mit bereits bekannten Künstlern zu kollaborieren und so genannte „Feature Tracks“ anzustreben. Um weiterhin international arbeiten zu können bedient er sich zeitgemäß dem Internet. Er hat einen Server eingerichtet, auf dem er neue Produktionen und Songideen per FTP Programm hochladen kann. Diese werden dann in New York bearbeitet und gegebenenfalls wieder auf den Server gestellt. Jürgen Reiter benutzt Logic Pro in Verbindung mit einigen externen Klangerzeugern. In erster Linie jedoch nimmt er Naturinstrumente auf, die er entweder selbst einspielt oder von professionellen Studiomusikern einspielen lässt. Mit dem im HipHop eigentlich so beliebten „samplen“ hat er schlechte Erfahrungen gemacht, da es nicht so einfach sei, die Rechte für diese Samples zu bekommen. Plattenfirmen, Verlage sowie Komponisten seien bei diesem „Thema etwas eigen“, so lange sie sich von der Samplefreigabe keinen finanziellen Profit versprechen.

6.4 Scott Storch Der 34 jährige Starproducer Scott Spencer Storch kennt diese Probleme mit Major Labels wohl kaum. Schon als kleines Kind sei es nach eigenen Angaben sein Traum gewesen, Produzent zu werden. Er nahm bereits als kleiner Junge Klavierunterricht in der Nähe von Philadelphia und versuchte eigene Melodien zu entwickeln. Mit 18 Jahren spielte er erstmals Keyboard in einer HipHop Band namens „The Roots“, welche kurz darauf ihr Debütalbum „Organix“ veröffentlichte und auch heute noch international erfolgreich ist. Kurz darauf trennte sich Scott Storch aus musikalischen Gründen von „The Roots“. Es verschlägt ihn an die Westküste, nachdem er von keinem geringeren als „Dr. Dre“, einem zu dieser Zeit bereits etablierten Produzenten, eingeladen wurde. Er sollte Piano für dessen Album „Chronic 2001“ einspielen. Die Single „Still D.R.E.“ wurde so erfolgreich, dass fast jeder in der HipHop Szene von dem weißen „Piano Man“ aus Philadelphia sprach.

(Bild: Scott S. Storch)

In den kommenden Jahren ging es mit seiner Karriere steil nach oben. Er arbeitete für so gut wie jeden erfolgreichen Rap Künstler in den USA. Seine Referenzen reichen von Sean Paul, Busta Rhymes, über DMX und 50 Cent bis hin zu Redman und The Game. Aber Storch produzierte nicht nur für Rapper sondern auch für Künstler wie Mariah Carey, Justin Timberlake, Pink, Janet Jackson, Ricky Martin und Shaggy. Und das ist nur ein kleiner Auszug! Seine Produktionen wurden in den meisten Fällen zu Hits und genossen eine Single Auskopplung. Im Jahr 2005 bekam er ein Grammy für den besten HipHop Producer, was seiner Karriere erneut einen Anstoß gab. Eine Produktion von Scott Storch koste zwischen 70 000 $ und 100 000 $ plus prozentuale Beteiligung. Sein Gesamtvermögen wird auf mehrere hundert Millionen Dollar geschätzt. Geht man in eine Diskothek, so wird man mit ziemlicher Sicherheit zu einigen Scott Storch Produktionen tanzen.

7. Fazit Der Beruf des Musikproduzenten stellt eine sehr wichtige Aufgabe dar. Es hängt häufig von ihm ab, ob sich Platte auf dem Markt etablieren kann, oder ob sie floppt. Gerade wenn der Producer von Major Plattenfirmen den Auftrag bekommt, sich um eine kommerzielle Produktion zu kümmern, stellt dies eine große Verantwortung dar, da ein Misslingen meist dem Produzenten zugeschrieben wird. Nichtsdestotrotz ist es ein sehr interessanter und vielseitiger Beruf, der sicherlich viel Spaß machen kann. Das Problem an diesem Beruf ist jedoch, dass man nicht einfach eine Lehre machen und von einer Firma übernommen werden kann. Die einzige universitäre Ausbildung in Deutschland bietet die Donau-Universität Krems, wobei sich der Studiengang eher auf das Management von Künstlern spezialisiert und die Klanggestaltung von Songs zu kurz kommt. Die MSG bietet eine private Ausbildung zum „Musikproduzenten“ an, die SAE Institute eine Ausbildung zum Toningenieur. Leider müssen diese Privatschulen aus eigener Tasche bezahlt werden, was sich nicht jeder leisten kann. Meiner Ansicht nach stellen diese Schulen jedoch einen guten Einstieg in den Beruf des Musikproduzenten dar, da man sich die notwendigen Grundkenntnisse verschaffen kann. Dennoch bedeutet das nicht, dass man aus diesem Grund Aufträge erhält oder nach erfolgreichem Absolvieren einer solchen Schule sofort als Produzent eingestellt wird. Der Einstieg in den Job ohne Kontakte und vor allem ohne gute Referenzen erscheint mir äußerst schwierig. Es ist meist ein langjähriger Prozess, der mit viel Arbeit, Schweiß, Zeit und Geld verbunden ist. Wie gesagt, kann sich das nicht jeder langfristig leisten. Dennoch hat mir das eigentliche Berufsbild und die damit verbundenen Tätigkeiten sehr imponiert. Daher werde ich persönlich auch in Zukunft versuchen, gute Projekte zu planen, zu entwickeln und fertig zu stellen. Mit etwas Glück und harter Arbeit könnte mir der Einstieg in den Beruf gelingen. Außerdem werde ich mich bei sämtlichen Independent Labels um einen Job bewerben, um die notwendigen Kontakte zu knüpfen. Mir ist sehr wohl bewusst, dass es nicht leicht wird, mich in meinem Traumberuf zu etablieren. Dennoch braucht jeder schwere Weg einen Mutigen, der ihn beschreitet.

8. Quellenverzeichnis: Bücher: PPV Medien, Gunnar Berndorff, Barbara Berndorff, Knut Eigler, „Musikrecht – Die Antworten“, 5. Auflage, 2007, ISBN 978-3-937841-40-3 PPV Medien, Robert Lyng, „Die Praxis im Musikbusiness“, 7. Auflage, 2001, ISBN 3-932275-19-5 Nomos Verlagsgesellschaft, Oliver Schwenzer, „Die Rechte des Musikproduzenten“, 2. Auflage, 2001, ISBN 978-3789074714 Zeitschriften: SAE Institute, SAE Magazin & SAE Alumni Association, Ausgabe 1/2007 Ein Verlag versucht das geistige Eigentum von Komponisten und Autoren kommerziell zu verwerten D. Bohlen absolvierte ein Studium zum Diplom-Kaufmann an der Georg-August Universität bevor er im Jahre 1979 Produzent bei BMG wurde. Steht für Artist and Repertoire Major Lables in Deutschland sind beispielsweise Sony BMG und Universal Music Independent Labels sind kleinere, unabhängige Plattenfirmen Musikrecht – Die Antworten, Seite 160, Abs. 2 vgl. Schwenzer, die Rechte des Musikproduzenten, Seite 35 auch U-Musik genannt Mehr zum Homestudio unter dem Gliederungspunkt Equipment auch Textdichter genannt Booker oder Bookingagenturen buchen Konzerte im Auftrag der Künstler. Engl. für Gesang Musikrecht – Die Antworten, Seite 160, Abs. 3 Ein Bandübernahmevertrag bedeutet eine Lizensierung z.B. eines Albums Ein Künstlervertrag ist ein Vertrag über mehrere Tonträgerherstellungen und beträgt meist über ein Jahr Musikrecht – Die Antworten, Seite 161, Abs. 165, § 5.1Musikrecht – Die Antworten, Seite 1165, § 5.1Die Praxis im Musikbusiness, Seite 49 ff 50, 51, 53 65, § 5.1Die Praxis im Musikbusiness, Seite61, § 3 ,65, § 5.1SAE Institute, SAE Magazin, Ausgabe 1/2007, Seite 75, Abs. 5, Seite 76, Abs. 2, das komplette Interview unter 2Pac, einer der erfolgreichsten Rapper der USA, wurde dort laut Quad Studios unmittelbar nach einer Recording Session angeschossen; verlässliche Quellen gibt es jedoch leider nicht. Zitat Jürgen Reiter File Transfer Protokoll, wird benutzt um Daten auf einen Server zu übertragen:
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Musik-Tipp:
Zunächst möchten wir uns für die Unterstützung der Live-Band 4 at the club bedanken.

Einsatzbereiche der Band, Firmenfeier, Galas, Hochzeiten u.v.m. Neben eigene Arrangements begeistert die exklusive Band mit Jazz-Klassikern von Frank Sinatra.

Beispielsweise Songs von Robbie Williams das Publikum. „4 at the club“ – Live-Band mit flexibler Besetzung von Duo bis Quintett.